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Der letzte Spieltag: Zwei Wege nach Hannover, ein Gipfel in Frankfurt

  • Rugby-News Team
  • vor 6 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die Bundesliga geht in ihre letzte Runde mit einer Tabelle, die oben geordnet wirkt und unten noch atmet. Frankfurt 1880 führt mit 85 Punkten und ohne Niederlage, Neuenheim folgt mit 73 Zählern. Dahinter hat sich die RG Heidelberg auf Rang drei festgesetzt, während Handschuhsheim, der HRK und Hannover 78 um die Plätze im oberen Mittelfeld ringen. Die größte Unruhe aber liegt am Tabellenende: Berlin reist mit zwei Punkten Vorsprung auf Luxemburg nach Hannover. Der BRC spielt dort bei Germania List, der Rugby Club Luxemburg ein paar Kilometer weiter bei Hannover 78.



Heidelberger RK – RG Heidelberg

Samstag, 14.00 Uhr


Der Spieltag beginnt mit einem Heidelberger Derby, dessen tabellarische Vorzeichen klarer sind als seine emotionale Lage. Die RGH kommt als Dritter, der HRK als Fünfter. Für die RGH ist der Rang vor dem letzten Spieltag nicht mehr ernsthaft bedroht, für den HRK geht es darum, eine Saison mit vielen Brüchen und knappen Ausschlägen ordentlich zu schließen.


Die letzten Ergebnisse geben beiden Seiten unterschiedliche Aufgaben mit. Die RGH wurde in Frankfurt beim 7:52 noch einmal an die Grenze geführt, hatte zuvor aber immer wieder gezeigt, warum sie in dieser Saison oberhalb des dichten Mittelfelds steht. Der HRK kommt aus dem 5:30 beim Berliner RC, einem Resultat, das in dieser Höhe ins Bild einer wechselhaften Rückrunde passt. Das Hinspiel gewann die RGH 30:22. Auch diesmal spricht die Tabelle für sie. Ein Derby aber kennt selten nur die Tabelle.



München RFC – TSV Handschuhsheim

Samstag, 15.00 Uhr


München gegen Handschuhsheim ist die Partie zweier Mannschaften, die in dieser Saison viel Angriff, aber wenig Ruhe produziert haben. Der TSV steht mit 48 Punkten auf Rang vier, bei fast ausgeglichener Bilanz von erzielten und kassierten Punkten: 543:541. Das erzählt ziemlich genau, wie eng manche Spiele der Löwen waren und wie wenig selbstverständlich ihre Siege wurden.


München liegt auf Rang acht, hat aber 410 Punkte erzielt – mehr als mehrere vor ihm platzierte Mannschaften. Die Defensivbilanz von 654 Gegenpunkten erklärt den Tabellenplatz. Das Hinspiel war eines der engeren und wilderen Spiele der Saison: Handschuhsheim gewann 41:39. Nun kommt München aus einem 59:10 gegen Hannover 78, Handschuhsheim aus einem 40:17 gegen Germania List. Es ist ein Spiel um den Eindruck, den eine Saison hinterlässt: bei München, ob der jüngste Ausbruch mehr war als ein einzelner starker Nachmittag; bei Handschuhsheim, ob Platz vier mit der nötigen Autorität verteidigt wird.



SC Germania List – Berliner RC

Samstag, 15.00 Uhr


Der Berliner RC reist nach Hannover-List, und aus Sicht der Tabelle ist das die entscheidende Reise des Tages. Berlin steht mit 20 Punkten auf Rang neun, Luxemburg mit 18 Punkten auf Rang zehn. Der Vorsprung ist klein, aber er ist da. Er ist auch ein Verdienst der Bonuspunkte: Berlin hat trotz nur zweier Siege genug Zählbares gesammelt, um vor dem letzten Spieltag über Luxemburg zu stehen.


Die jüngste Form gibt dem BRC zusätzlich Gewicht. Auf das 54:35 gegen Luxemburg folgte ein 30:5 gegen den HRK. Aus einer Saison der knappen Rückstände und verspielten Phasen ist spät noch eine glaubhafte Überlebensgeschichte geworden. Germania List hat seinerseits den BRC im ersten Duell 33:24 geschlagen und bleibt eine Mannschaft, die Spiele über Zähigkeit und späte Widerstandskraft drehen kann. Zuletzt verlor Germania 17:40 in Handschuhsheim, kurz zuvor gelang ein 27:24 gegen München. Für Berlin wird diese Partie deshalb keine reine Rechenaufgabe. Sie verlangt noch einmal genau jene Stabilität, die dem Klub lange fehlte.



Hannover 78 – Rugby Club Luxemburg

Samstag, 15.00 Uhr


Zur selben Zeit spielt auch Luxemburg in Hannover, allerdings bei Hannover 78. Das ist der zweite Strang im Abstiegskampf. Der RCL geht als Letzter in die Runde, zwei Punkte hinter Berlin. Die Ausgangslage ist unbequem, aber nicht hoffnungslos. Die Tabelle lässt durch Bonuspunkte noch Bewegung zu.


Luxemburgs Saison war eine Reihe von Ausschlägen. Das 20:20 gegen Neuenheim und der 22:7-Sieg gegen den HRK zeigten, was möglich ist, wenn der RCL Struktur und Physis zusammenbringt. Zuletzt aber gab es deutliche Niederlagen: 24:77 in Neuenheim, 21:64 gegen die RGH. Hannover 78 kommt ebenfalls nicht aus einer Hochphase. Nach dem 5:64 gegen Neuenheim folgte das 10:59 in München. Und doch steht 78 mit 42 Punkten auf Rang sechs und hat das erste Duell mit Luxemburg 29:3 gewonnen. Für die Gastgeber geht es um einen sauberen Abschluss. Für Luxemburg geht es um alles.



SC Frankfurt 1880 – SC Neuenheim

Samstag, 17.00 Uhr


Am Abend spielt der Erste gegen den Zweiten. Frankfurt empfängt Neuenheim, und schon die Zahlen geben der Partie ihre Schärfe: 85 Punkte, 1113 erzielte Punkte und nur 94 Gegenpunkte für Frankfurt; 73 Punkte und Rang zwei für Neuenheim. Das erste Duell gewann Frankfurt in Neuenheim 38:0. Es war eines jener Ergebnisse, die weniger eine Momentaufnahme als ein Maßstab waren.


Neuenheim hat sich seither wieder gefangen und zuletzt mit 77:24 gegen Luxemburg und 55:7 in München klare Siege eingefahren. Dazwischen stand auch die 14:34-Heimniederlage gegen die RGH, die zeigte, dass der SCN verwundbar bleibt, wenn das Spiel nicht früh in seine Ordnung fällt. Frankfurt wiederum hat die Liga über Monate auf Distanz gehalten. Auch klare Siege wurden dort nicht als Endpunkt behandelt, sondern als Material zur Selbstprüfung.


So endet die Hauptrunde mit dem Spiel, das sie am besten zusammenfasst: Frankfurt misst sich an sich selbst, Neuenheim an Frankfurt. Und während oben die Hierarchie noch einmal vorgeführt wird, entscheidet sich unten parallel, ob Berlin den späten Vorsprung ins Ziel bringt oder Luxemburg in Hannover noch einmal die Rechnung verändert.

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