Ergebnisse und Stimmen zum 11. Spieltag der Bundesliga
- Rugby-News Team
- vor 3 Stunden
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Der 11. Spieltag der Rugby-Bundesliga bot zum Start in die zweite Saisonhälfte eine Mischung aus klaren Verhältnissen und engeren Duellen. Frankfurt marschierte vorneweg, Neuenheim erledigte seine Pflichtaufgabe souverän, der HRK feierte einen wichtigen Erfolg gegen Hannover 78, und in München wie in Handschuhsheim wurde es deutlich umkämpfter.

München RFC – Berliner RC 34:27
Der Münchner RFC hat sich in einem lebhaften und phasenweise offenen Schlagabtausch mit 34:27 gegen den Berliner RC durchgesetzt. Die Gäste aus der Hauptstadt erwischten den besseren Beginn, doch München übernahm im weiteren Verlauf die Kontrolle und belohnte sich mit fünf Punkten. Berlin hielt die Partie bis in die Schlussphase hinein offen und sicherte sich immerhin zwei Bonuspunkte.
Alan Moughty, Trainer München RFC:„Wir haben die fünf Punkte geholt – es war dem Auswärtsspiel ziemlich ähnlich. Berlin ist schnell mit 10:0 in Führung gegangen. Danach haben die Jungs aber die Kontrolle über das Spiel übernommen. Das war angesichts des bisherigen Saisonverlaufs sehr beeindruckend. Sie haben in den richtigen Zonen gespielt und sich dafür belohnt. Ich freue mich sehr für die Mannschaft, dass sie einen Weg gefunden hat, dieses Spiel zu gewinnen. Darauf wollen wir nun aufbauen.“
Ares van Look, Coach Berliner RC:„In den ersten zehn Minuten sind wir durch einen Straftritt und einen Versuch 10:0 in Führung gegangen. Das war ein sehr guter Start. Leider haben wir uns danach mehrere Undiszipliniertheiten geleistet, die dem Gegner über das Spiel verteilt diverse Straftritte eingebracht haben. Auch bei den Standards lief heute nicht viel zusammen. Trotzdem muss ich sagen, dass die Jungs absolut gekämpft haben. Es war ein offener Schlagabtausch, der zwischenzeitlich bei 20:20 stand. München zog dann auf 34:20 davon, aber die Jungs konnten in der Schlussphase noch nachlegen, was uns einen sehr wichtigen zweiten Bonuspunkt eingebracht hat. Darauf werden wir uns aber nicht ausruhen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass heute auf jeden Fall mehr drin war. Wir haben dieses Spiel selbst aus der Hand gegeben. Wir werden in dieser Woche hart und fokussiert trainieren und empfangen nächste Woche zuhause die RGH.“
SC Frankfurt 1880 – Rugby Club Luxembourg 74:12
An der Spitze bleibt der SC Frankfurt 1880 das Maß der Dinge. Der Tabellenführer ließ dem Rugby Club Luxembourg beim 74:12 kaum eine Chance und unterstrich einmal mehr seine Sonderstellung in dieser Liga. Trotz zahlreicher Wechsel und einiger neuer Gesichter wirkte das Frankfurter Spiel bereits bemerkenswert gefestigt.
Byron Schmidt, Trainer SC Frankfurt 1880:„Wir sind sehr glücklich mit dem Spiel und sehr zufrieden mit der Leistung. Wir hatten die Gelegenheit, ein paar neuen Spielern Spielzeit zu geben. Einige unserer Nationalspieler haben wir bewusst draußen gelassen, damit sie regenerieren können. Im Angriff probieren wir im Moment ein paar Dinge aus, und das sah schon ziemlich gut aus. Entsprechend sind wir sehr zufrieden. Weniger glücklich waren wir über die beiden Gegenversuche. Für unser erstes Spiel und ohne echte Vorbereitung waren das ein oder zwei Systemfehler. Insgesamt sind wir aber wirklich zufrieden.“
Maxim Kenens, Spieler und Sprecher RC Luxembourg:„1880 ist der stabilste und stärkste Klub Deutschlands, und die bisherigen Ergebnisse, bei denen wir nur mit etwa 50 Punkten Unterschied verloren haben, waren eher die Ausnahme als die Regel. Jetzt müssen wir uns voll auf das kommende Wochenende konzentrieren und auf das Heimspiel gegen den HRK, das richtungsweisend für den weiteren Verlauf unserer Saison sein wird. Wir müssen in unseren Entscheidungen klüger und konsequenter werden. Wir haben noch einige Körner im Tank – jetzt liegt es an uns, sie richtig einzusetzen.“
Heidelberger RK – Hannover 78 22:15
In Heidelberg setzte sich der HRK mit 22:15 gegen Hannover 78 durch und durfte sich über einen ebenso wichtigen wie verdienten Heimsieg freuen. Im Sturm hatten die Gastgeber Vorteile, ließen das Spiel aber enger werden, als es aus ihrer Sicht nötig gewesen wäre. Hannover wiederum reiste personell geschwächt an und verkaufte sich dennoch teuer.
Steffen Liebig, Trainer HRK:„Es war ein unnötig knapper, aber verdienter Sieg. Wir haben vor allem im Sturm dominiert, sind allerdings auch dort einmal mehr zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen. Die Versuche waren teilweise schön herausgespielt, teilweise nach Mauls vollendet. In der Hintermannschaft hatten wir Schwierigkeiten in der Defensive, haben zu viele Tackles verpasst und Hannover dadurch immer wieder große Raumgewinne ermöglicht. Jetzt sind wir aber erst einmal glücklich, dass wir zum ersten Mal ein Topteam geschlagen haben, und wollen nächste Woche in Luxemburg nachlegen, damit wir mit dem perfekten Start in die Osterpause gehen können. Generell ist es bedenklich, dass zum Rückrundenstart fast die Hälfte aller Bundesligateams keinen vollen Kader stellen konnte. Das zeigt, wie dünn die Personaldecke bei allen Teams ist.“
Jarrod Saul, Coach Hannover 78:„Ich habe gemischte Gefühle nach dem gestrigen Spiel. Wegen Verletzungen in der ersten Reihe konnten nur 18 Spieler mitreisen. Deshalb bin ich sehr stolz auf die Jungs, dass sie auswärts so gut dagegengehalten haben. Wir wussten, dass es auf dem Kunstrasen ein schnelles Spiel werden würde. Der HRK ist in den entscheidenden Momenten ruhig geblieben, und wir haben unsere Chancen nicht genutzt, als sie sich geboten haben. Jetzt richten wir den Blick auf das Spiel in der kommenden Woche gegen den SC Germania List.“
TSV Handschuhsheim – RG Heidelberg 24:39
Das Heidelberger Duell entschied die RG Heidelberg mit 39:24 beim TSV Handschuhsheim für sich. Die Gäste waren zu Beginn und am Ende die konsequentere Mannschaft, während der TSV vor allem in der langen Mittelphase auf Augenhöhe agierte und sich trotz der Niederlage nicht viel vorwerfen musste. Für die RGH war es ein Sieg mit Signalwirkung.
Moritz Bayer, Pressesprecher TSV Handschuhsheim:„Die Niederlage ist ärgerlich, aber wir können erhobenen Hauptes aus diesem Spiel gehen. Die RGH war zu Beginn und am Ende wacher und effektiver, hat in diesen Phasen jeweils zwei Versuche gelegt – das war in der Summe zu viel. Die dazwischenliegende Stunde war ein spannendes Match auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen für uns im offenen Spiel. Im Gedränge und im Kickspiel war die RGH sehr gut. Gemessen an unserem heutigen 19-Mann-Kader war das insgesamt ein Auftritt, der wirklich in Ordnung ging. Die schwachen zweiten Halbzeiten der vergangenen Wochen gab es jedenfalls nicht. Für mich lag der Knackpunkt in der Phase nach der Gelben Karte gegen Jordan Gogo: Wir haben zwar auf die Stangen gekickt und sind knapp in Führung gegangen, haben danach aber schnell einen Gegenversuch und anschließend noch einen Strafkick kassiert. Gerade in Überzahl muss man da souveräner agieren. Glückwunsch an die RGH, die ein sehr abgeklärtes Spiel gezeigt hat. Für uns heißt es jetzt: Mund abputzen und weitermachen. Mannschaftlich war das eine sehr geschlossene Leistung. Hervorheben kann man aber den Kampfgeist von Marius de Giacomoni, der sich trotz einer vor Kurzem erlittenen Rippenverletzung durchgekämpft hat und, soweit ich es gesehen habe, bei den Kicks eine hundertprozentige Quote hatte.“
Gareth Jackson, Coach RG Heidelberg:„Wir sind eingerostet. Wir sehen aus wie eine Mannschaft, die vier Monate lang nicht gespielt hat – und genau das sind wir auch. Dennoch haben wir einen Sieg errungen und einen Bonuspunkt geholt. Das war eigentlich unser Aufwärmspiel für die zweite Saisonhälfte, kaum ideal. Es scheint eine RGH-Eigenschaft zu sein: Alle unsere Mannschaften im Verein scheinen durch schwierige Phasen zu gehen und dennoch einen Weg zu finden, mit guten Ergebnissen herauszukommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das je als traditionelle RGH-Eigenschaft genannt wurde. Aber wir haben Durchhaltevermögen. Wir wussten, dass der TSV alles geben und uns mit allem Möglichen unter Druck setzen würde. Deshalb bin ich stolz auf die Jungs. Es ist unser erster Sieg gegen den TSV seit sieben Jahren. Auch das ist ein weiteres Zeichen unserer Entwicklung. Vor der nächsten Woche haben wir noch einiges zu tun. Der Berliner RC hat gestern bei seinem Auswärtsspiel in München viele Punkte erzielt, was ihnen zuhause gegen uns zusätzliches Selbstvertrauen geben wird. Es steht uns also ein weiteres körperbetontes Duell bevor. Wir werden diese Herausforderung genießen.“
SC Germania List – SC Neuenheim 0:47
Der SC Neuenheim löste seine Aufgabe bei Germania List mit der Nüchternheit eines Spitzenteams. Beim 47:0 ließ die Mannschaft defensiv nichts zu und festigte ihren zweiten Tabellenplatz. Stimmen zu dieser Begegnung lagen zunächst nicht vor.



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