Wolfpack in Nairobi
- Rugby-News Team
- vor 4 Stunden
- 6 Min. Lesezeit

Wolfpack in Nairobi: SVNS-2 startet und Deutschland will direkt Tempo aufnehmen
Wenn Deutschland an diesem Wochenende in Nairobi aufläuft, ist das nicht nur ein Auftakt, sondern die Chance, direkt zu zeigen, dass der nächste Schritt drin ist: mutig spielen, sauber bleiben, Tempo machen. SVNS 2 startet – und damit eine Serie über drei Turniere (Nairobi 14.–15. Februar, danach folgen Montevideo vom 21.–22. März und São Paulo vom 28.–29. März), in der jedes Wochenende zählt.
Wir haben vor dem Turnier mit Bundestrainer Pablo Feijoo und Chris Umeh gesprochen – zwei Perspektiven, die sich gut ergänzen. Feijoo beschreibt, wie das Team trotz deutschem Winter über den Málaga-Trip die letzten Details geschärft hat und mit klarer Identität anreisen will. Umeh liefert den Blick hinter die Kulissen: gute Stimmung, klare Aufgaben und mehr.
Interview: Bundestrainer Pablo Feijoo
Wie lief die Vorbereitung auf dieses Turnier insgesamt und wie sehr hat euch das Trainingscamp geholfen, die letzten Details richtig zu setzen? Die Vorbereitung war gut – auch wenn das Wetter in Deutschland natürlich nicht ideal ist, weil es sehr kalt ist und Sevens meistens in warmen Bedingungen gespielt wird. Genau deshalb war die Entscheidung, im Januar für zwei Wochen nach Málaga zu gehen, für uns richtig wichtig. Dort konnten wir nicht nur in Wärme trainieren, sondern vor allem auch mit Spanien arbeiten: gemeinsame Einheiten, Spiele, echte Wettkampfreize statt nur „Wintertraining“. Das hat uns die nötige Exposure gegeben und uns geholfen, kleine Details zu schärfen sowie Strukturen, Abläufe, Timing. Und es hat den Spielern auch das Selbstvertrauen gegeben, das du brauchst, wenn du in ein Turnier wie Nairobi gehst. Insgesamt: gute Vorbereitung!
Es ist das erste Turnier in Kenia, wie sieht der Kader aus, und ist jeder voll dabei?
Kenia ist das erste von drei Turnieren in SVNS 2. Wir haben uns letztes Jahr qualifiziert – das war ein starkes Achievement – aber jetzt startet eine neue Competition und wir müssen wieder zeigen, wie gut wir auf dem Feld sind. Es wird ein sehr hartes Turnier, weil drei Teams aus Sevens 1 bzw. dem alten HSBC-Umfeld kommen: Uruguay, Kenia und USA. Dazu kommen Kanada und Belgien – und trotzdem: es gibt kein einfaches Spiel, jedes Spiel wird ein Fight.Zum Kader: Makonnen Amekuedi und Philip Gleitze sind verletzt. Und ganz am Ende der Vorbereitung kam noch eine dazu: Luis Diel hat sich den Zeh gebrochen und fällt etwa zwei Monate aus. Das ist bitter. Gleichzeitig haben wir in den letzten zwei Jahren gezielt daran gearbeitet, mehr Kadertiefe aufzubauen – weil wir wissen, dass Verletzungen passieren. Die 14 Spieler, die hier sind, machen es gut, jeder kann einspringen, und ich bin überzeugt: wir sind gut vorbereitet.
Wie bewertest du die Gegner hier – wer ist besonders im Fokus?
Das Level wird sehr hoch sein, weil USA, Uruguay und Kenia diese Top-Erfahrung mitbringen. Uruguay hat das die letzten Jahre konstant auf hohem Level gemacht, Kenia ist es seit Langem gewohnt, und die USA spielen auch lange auf höchstem Niveau. Das ist eine große Challenge.Ich glaube aber: wir entwickeln uns gut, wir bauen unsere Grundlagen. Wir können diese Teams schlagen – aber dafür müssen wir sehr, sehr präzise sein. Kanada und Belgien sehe ich eher auf unserem Level. Da sind die Spiele, in denen wir liefern müssen, wenn wir Richtung obere Plätze gehen wollen.
Das große Ziel ist SVNS Division 1-Promotion – wie sehr ist das schon Thema, oder nehmt ihr es bewusst Turnier für Turnier?
Natürlich ist das Ziel im Kopf. Aber ich sage den Spielern immer: Division 1 ist die Konsequenz davon, dass wir hier konstant und stabil spielen. Wenn du ein Spiel sehr gut spielst und im nächsten den Fokus verlierst, schwankt dein Level und das reicht in so einer Serie nicht. Deshalb: erst das erste Spiel, dann das zweite und am Ende der drei Legs sehen wir, ob wir genug Punkte gesammelt haben.
Was sind deine Non-Negotiables für dieses Wochenende?
Wir haben viel an Ball Retention gearbeitet – wir dürften im Breakdown nicht viele Bälle verlieren. In der Offensive will ich mit Pace spielen, die Strukturen müssen sitzen und wir müssen sie konsequent umsetzen. Und dann ganz klar: Contest und Physicality – das sind Bereiche, in denen wir in der Vergangenheit manchmal Probleme hatten, da müssen wir stabil sein.Und unsere Identität ist klar: Defense. Die Defense muss unsere Identität sein.
Wie balancierst du Rotation und das Bauen von Chemistry in diesem engen Turnierplan?
Das ist genau die Arbeit, die wir in den letzten vier oder fünf Monaten gemacht haben. Alles, was wir bisher gemacht haben, ging darum, das Team aufzubauen und eine gute Atmosphäre zwischen den Spielern, dem Staff und dem Verband zu schaffen. Jetzt ist alles vorbereitet – jetzt müssen wir nur noch kleine Details anpassen und hoffentlich nicht zu viele Verletzungen für die nächsten zwei Legs abbekommen. Die Stimmung in der Gruppe ist gut – ich denke, sie sind gut.
Was ist die größte Herausforderung dieses Turniers?
Für mich ist der größte Unterschied ganz klar die Höhe. Wir sind hier auf über 1.000 Metern, zuhause trainieren wir deutlich tiefer. Du wirst das in der Lunge spüren. Deshalb sind wir ein bisschen früher angereist, um uns anzupassen , aber trotzdem wird es hart. Dazu kommen Wärme, Reise, Stadion-Atmosphäre – Kenia wird hier mit enormer Energie auftreten. Und ja: die Spieler werden leiden. Wir müssen bereit sein, mehr zu leiden als der Gegner.
Interview: Chris Umeh
Wie ist die Stimmung in der Mannschaft gerade?
Die Stimmung ist sehr gut. Alle freuen sich, dass die Season wieder losgeht. Wir haben Bock zu spielen, lachen viel und sind sehr positiv drauf.
Ein paar harte Wochen stehen an: Promotion als großes Ziel – schon Thema oder voller Fokus nur auf das nächste Turnier?
Unser Fokus liegt immer nur auf dem Hier und Jetzt – und das ist gerade Kenia. Wir wollen gut ins Turnier starten und nur darüber wird sich Gedanken gemacht.
Du hast dich länger mit einer Verletzung herumgeschlagen – wie hast du das gemanagt und wo stehst du körperlich gerade?
Die Verletzung war echt mies. Mit einer Schambeinentzündung ist nicht zu spaßen, da muss man langsam und sorgfältig vorgehen. Ich war drei Monate raus, die ersten Wochen habe ich gar keinen Sport gemacht und mich nur der Erholung gewidmet. Viel Reha, Massagen und Ausgleichstraining – das war das Programm. Dadurch habe ich die ganze Pre-Season verpasst und bin auch nur dabei wegen anderer verletzungsbedingter Ausfälle. Ich bin fit, aber natürlich nicht auf dem gleichen Fitness-Level wie meine Kollegen.
In welchem Punkt hat sich die Gruppe weiterentwickelt?
Der Fokus lag auf dem Speed während des Spiels. Durch unsere Analysen wurde uns bewusst, dass Teams wie Argentinien, Frankreich oder Südafrika nicht unbedingt „besser“ sind, weil sie bessere Spieler haben – sondern weil der Speed im Spiel der große Unterschied ist: Rucks und Reaktionen. Diese Teams sind das aus Serie 1 gewohnt – wir nicht immer, wenn wir nur ab und an gegen solche Teams spielen. Und genau darin haben wir uns verbessert: Speed während des Spiels.
Dein Gefühl fürs Wochenende?
Ich denke, wir können mit jeder Mannschaft hier mithalten. Alle haben ungefähr dasselbe Niveau. Am Ende werden es kleine Dinge sein, die die Spiele entscheiden.
Der Kader:
Cedric Eichholz
Anton Gleitze
Bennet Veil
Daniel Eneke
Max Roddick
Maximilian Heid
Chris Umeh
Jakob Dipper
Niklas Koch
Felix Hufnagel
Henry Smeed*
Jan Lammers*
Tim Lichtenberg
Ben Ellermann *Debut für das Wolfpack
Ausblick: Alle Männer-Spiele in Nairobi (EAT / Deutschlandzeit)
Samstag, 14. Februar
10:06 / 08:06 – USA vs. Belgien
10:28 / 08:28 – Uruguay vs. Deutschland
10:50 / 08:50 – Kenia vs. Kanada
13:08 / 11:08 – Uruguay vs. USA
13:30 / 11:30 – Deutschland vs. Kanada
13:52 / 11:52 – Kenia vs. Belgien
16:10 / 14:10 – USA vs. Kanada
16:32 / 14:32 – Uruguay vs. Belgien
16:54 / 14:54 – Kenia vs. Deutschland
Sonntag, 15. Februar
12:06 / 10:06 – Kanada vs. Belgien
12:28 / 10:28 – USA vs. Deutschland
12:50 / 10:50 – Kenia vs. Uruguay
16:18 / 14:18 – Deutschland vs. Belgien
16:40 / 14:40 – Uruguay vs. Kanada
17:02 / 15:02 – Kenia vs. USA
Wo kann man’s schauen?
Für Deutschland ist der einfachste Weg RugbyPass TV: Laut SVNS-Info können Fans in vielen Regionen „jeden Match live“ verfolgen – häufig kostenlos – entweder im Browser oder über die App.
Nairobi wird hart, aber genau für diese Wochenenden machen es die Jungs. Die 15er Natio hat’s vorgemacht: wenn du dranbleibst und an dich glaubst, ist alles möglich. Jungs, ihr packt das – gebt alles! RugbyNews wünscht Philip Gleitze, Luis Diel und Makonnen Amekuedi eine schnelle Genesung!





Kommentare