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Wolfpack zeigt Biss–SVNS-2-Auftakt in Nairobi

  • Rugby-News Team
  • vor 12 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Fotografiert von World Rugby
Fotografiert von World Rugby

Ein Wochenende, das Lust auf mehr macht: Deutschlands 7er-Rugby-Nationalteam hat zum Start

der neuen SVNS-2-Serie in Nairobi den ersten Turniersieg eingefahren. Fünf Spiele, vier Siege,

eine Niederlage nach Golden Point. Am Ende steht das Wolfpack ganz oben. Für eine Serie über

drei Turniere ist dieser Auftakt enorm wertvoll: Deutschland sammelt früh Punkte, verschafft sich

Luft in der Tabelle und nimmt Momentum mit in die nächsten Stationen.


Zwei Spiele gedreht das Turnier früh stabilisiert


Schon das Auftaktspiel gegen Uruguay (19:14) zeigte, dass Nairobi kein Selbstläufer werden

würde. Deutschland lag im Verlauf der Partie zurück und musste das Spiel drehen. Entscheidend

war dabei weniger ein einzelner Moment als die Art, wie das Team reagierte: ruhiger Ballbesitz,

saubere Phasen, geduldige Abschlüsse. Felix Hufnagel erzielte zwei Versuche und verwandelte

selbst – wichtige Punkte in einem Spiel, das bis zum Schluss eng blieb.

Noch klarer war die Ausgangslage gegen Kanada. Zur Pause stand es 17:5 für Kanada.

Deutschland fand im ersten Durchgang zu selten in klare Angriffsstrukturen. Nach dem

Seitenwechsel änderte sich das Bild deutlich: mehr Tempo in der Kontaktzone, schnellere

Entscheidungen, besserer Rhythmus im Ballbesitz. Das Spiel kippte Schritt für Schritt. Vier

Versuche in Halbzeit zwei – darunter zwei von Niklas Koch, dazu Scores von Tim Lichtenberg

und Jakob Dipper – drehten die Partie zum 26:17. Zwei Spiele, zwei Rückstände und zwei Siege.

Gegen Gastgeber Kenia entwickelte sich anschließend ein intensives Spiel, das nach regulärer

Zeit 10:10 stand. In der Verlängerung entschied Kenia per Golden Point zum 15:10. Deutschlands

einzige Niederlage im Turnier. Wichtig war jedoch, dass ein Bonuspunkt mitgenommen wurde. Ein

Detail, das in der Wertung entscheidend sein kann.


USA klar geschlagen Belgien im engen Finish


Am Sonntag folgte die stärkste Leistung des Wochenendes. Gegen die USA gewann Deutschland

deutlich mit 28:7. Das Spiel war strukturiert geführt, defensiv stabil und offensiv konsequent.

Deutschland bestimmte über weite Strecken das Tempo und ließ dem Gegner wenig Raum.

Hufnagel legte auch hier zwei Versuche nach. Ein Sieg in dieser Höhe gegen die USA ist sportlich

klar einzuordnen: Das war die Partie, die den Turniersieg greifbar machte.

Im abschließenden Spiel gegen Belgien ging es um die Absicherung der Tabellenführung.

Deutschland gewann 12:7. Jakob Dipper brachte sein Team in Führung, Belgien blieb bis in die

Schlussphase im Spiel. Dort verhinderte Tim Lichtenberg mit einem entscheidenden

Defensivmoment den möglichen Ausgleich.Personell wurde es am Ende eng. Laut Kapitän Anton Gleitze standen in den letzten beiden

Spielen zeitweise nur noch zehn Spieler zur Verfügung. Rollen wurden verschoben, Positionen

angepasst – die Struktur blieb dennoch stabil genug, um das Turnier nach Hause zu bringen.

„Ideal für unsaber sicher ist noch gar nichts“


Anton Gleitze ordnet das Wochenende ein:


„Ich hab mir leider im Kenia-Spiel den Finger gebrochen. Mal gucken – hoffentlich muss nicht

operiert werden. Aber grundsätzlich bin ich natürlich sehr, sehr happy. Dass wir mit dem ersten

Platz rausgehen, ist ideal für uns. War am Ende natürlich nicht mehr ganz in unserer Hand und

auch ein bisschen Glück dabei, wie die Spiele ausgehen. Aber ich denke, mit unserer Leistung auf

jeden Fall verdient.“

Zur Bilanz sagt er:

„Vier Siege aus fünf Spielen und einen Bonuspunkt in der einen Niederlage, damit können wir sehr

happy sein. Die ersten zwei Spiele waren nur mit einer krassen Aufholjagd gewonnen, da haben

wir am Anfang ein bisschen verpennt. Letztendlich zählt aber der Sieg und den haben wir geholt.“


Zur Leistung gegen die USA:

„Die war grandios. Wir hatten wirklich von vorne bis hinten Kontrolle, haben eiskalt die Fehler

bestraft und sie zu nichts kommen lassen.“


Und mit Blick auf die Serie:

„Mit dem Sieg jetzt und Platz eins ist die Ausgangslage super, aber bedeutet leider noch gar

nichts. Wichtig ist, dass wir das im nächsten Turnier in Montevideo genauso liefern. Bei diesem

Format, jeder gegen jeden, zählt jedes Spiel wie ein Finale. Da muss man an jedes Spiel

rangehen, als könnte es das entscheidende sein.“


Über den Schlusstag ergänzt er:

„Die letzten zwei Spiele haben nochmal einen krassen Fight gezeigt. Da waren nur noch zehn

Spieler, wir mussten viel improvisieren, viele auf ungewohnten Positionen. Aber der Kampf war da

und dass wir gegen Belgien noch den Sieg holen, war extrem wichtig. Eine Niederlage da hätte

den ersten Platz gekostet.“


Warum Nairobi sportlich so wichtig ist

Nairobi war kein Durchmarsch, sondern ein Turnier, das Anpassung verlangt hat. Zwei Spiele

wurden nach Rückstand gedreht. Eine Niederlage brachte dennoch einen Punkt. Am Sonntag

folgte ein klarer Sieg gegen die USA und ein enges Spiel gegen Belgien, das über Defensive

entschieden wurde.

Diese Mischung aus Comeback-Fähigkeit, Kontrolle und Stabilität unter Druck ist genau das, was

eine Drei-Turnier-Serie verlangt. Das Wolfpack hat abgeliefert und stets gezeigt, dass die in Die

SVNS World Championchip wollen und mit Ihnen zu rechnen ist!


5 Thesen zum Erfolg in Kenia


1. Die Fähigkeit, Rückstände strukturiert zu korrigieren, war der Schlüssel.

Sowohl gegen Uruguay als auch gegen Kanada geriet Deutschland ins Hintertreffen.

Entscheidend war nicht die einzelne Aktion, sondern die Art der Reaktion: Nach der Pause gegen

Kanada wurde das Tempo im Breakdown erhöht, Ballbesitzphasen wurden verlängert und Risiko

reduziert. Das Spiel kippte nicht über Einzelmomente, sondern über Anpassung im Ablauf.


2. Der USA-Sieg war der qualitative Maßstab des Wochenendes.

Das 28:7 war nicht nur deutlich, sondern kontrolliert. Deutschland bestimmte das Tempo, zwang

die USA in Fehler und ließ defensiv kaum klare Strukturen zu. In einem Turnier, in dem vieles eng

war, war dieses Spiel die klarste Standortbestimmung.


3. Der Bonuspunkt gegen Kenia war tabellarisch relevant

und sportlich lehrreich.

Die Golden-Point-Niederlage zeigte, wie schmal die Linie zwischen Sieg und Niederlage ist. Dass

dennoch ein Punkt mitgenommen wurde, hielt Deutschland im Rennen. In einem Format mit nur

fünf Spielen wiegt jedes Detail schwer.


4. Defensive Disziplin entschied das Belgien-Spiel.

Das 12:7 gegen Belgien war kein offensives Spektakel, sondern eine Frage der Organisation ohne

Ball. Gerade in der Schlussphase zeigte sich, dass defensive Struktur unter Druck hält – auch bei

personellen Engpässen.


5. Die Mannschaft blieb trotz Rotation und Verletzungen stabil.

Zeitweise standen nur noch zehn einsatzfähige Spieler zur Verfügung. Positionen wurden

angepasst, Rollen verschoben. Dass das System trotzdem tragfähig blieb, spricht für Klarheit in

den Abläufen – nicht nur für individuelle Qualität.


Ausblick: Konstanz entscheidet

Weiter geht es am 21.–22. März in Montevideo, danach folgt São Paulo (28.–29. März). Der

Auftakt ist gelungen. Jetzt wird sich zeigen, ob das Niveau über die kommenden beiden Turniere

gehalten werden kann.

Die Ausgangslage ist stark. Die Serie ist offen.

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